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Stromausfall! Was tun?

Ein plötzlicher Stromausfall kann verunsichern. Hier erfahren Sie, was sofort zu tun ist, wann Sie den Stördienst Ihres Netzbetreibers kontaktieren sollten und wie Sie sich auf künftige Ausfälle vorbereiten.

Wenn plötzlich der Strom ausfällt, gilt: Ruhe bewahren, Sicherungskasten prüfen und bei einem flächendeckenden Ausfall den Stördienst des zuständigen Netzbetreibers kontaktieren. In den meisten Fällen ist die Versorgung innerhalb weniger Minuten bis Stunden wiederhergestellt.

Sofortmaßnahmen bei einem Stromausfall

Bevor Sie den Netzbetreiber anrufen, gehen Sie diese Checkliste durch:

  • Ruhe bewahren: Ein Stromausfall ist in der Regel kein Notfall. Orientieren Sie sich zunächst mit einer Taschenlampe oder dem Handy-Licht.
  • Sicherungskasten prüfen: Schauen Sie, ob ein FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter) oder eine Sicherung ausgelöst hat. Falls ja, schalten Sie den Schalter wieder ein. Löst er sofort erneut aus, liegt ein Defekt an einem Gerät vor — stecken Sie verdächtige Geräte ab und versuchen Sie es erneut.
  • Nachbarn fragen: Ist nur Ihre Wohnung betroffen oder auch die Nachbarn? Wenn auch bei anderen der Strom fehlt, handelt es sich um einen Netzausfall.
  • Geräte vom Netz trennen: Schalten Sie empfindliche Elektronik (Computer, TV) aus, um Schäden durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten zu vermeiden.
  • Kühlschrank geschlossen halten: Ein geschlossener Kühlschrank hält Lebensmittel mehrere Stunden kühl, eine Gefriertruhe sogar bis zu 24 Stunden.
  • Keine Eigenreparaturen: Versuchen Sie niemals, elektrische Installationen selbst zu reparieren, wenn Sie kein Fachmann sind.

Wichtig: Melden Sie einen Stromausfall nicht bei der Feuerwehr oder Polizei, es sei denn, es besteht eine akute Gefahr (z. B. Funkenflug, Brandgeruch). Der richtige Ansprechpartner ist der Stördienst Ihres Netzbetreibers.

Ist nur Ihre Wohnung betroffen?

Wenn bei Ihren Nachbarn der Strom funktioniert, liegt das Problem in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus. Die häufigsten Ursachen:

  • FI-Schalter ausgelöst: Oft durch ein defektes Gerät (Wasserkocher, Föhn, Waschmaschine). Stecken Sie alle verdächtigen Geräte ab und legen Sie den FI-Schalter wieder um.
  • Sicherung durchgebrannt: Prüfen Sie die einzelnen Sicherungen im Verteilerkasten. Bei modernen Leitungsschutzschaltern erkennen Sie eine ausgelöste Sicherung am herausspringenden Hebel.
  • Smart Meter als Diagnosehilfe: Haben Sie einen Smart Meter mit aktiviertem Opt-In, können Sie im Smart Meter Portal Ihres Netzbetreibers nachsehen, ob der Zähler noch Verbrauchsdaten aufzeichnet. So erkennen Sie, ob die Unterbrechung netz- oder hausintern ist.

Falls Sie die Ursache nicht finden, kontaktieren Sie einen Elektriker oder den Stördienst Ihres Netzbetreibers.

Stördienst Ihres Netzbetreibers kontaktieren

Bei einem flächendeckenden Stromausfall ist der Stördienst Ihres regionalen Netzbetreibers die richtige Anlaufstelle. Halten Sie folgende Informationen bereit:

  • Ihre Adresse und ggf. Ihre Zählpunktbezeichnung (33-stellige Nummer, zu finden auf Ihrer Stromrechnung oder im Smart Meter Portal)
  • Seit wann der Ausfall besteht
  • Ob auch Nachbarn betroffen sind

In der Regel informieren Netzbetreiber auf ihren Websites und per App über aktuelle Störungen und die voraussichtliche Dauer der Wiederherstellung.

Stromausfall in Ihrem Bundesland

Jedes Bundesland hat einen eigenen Netzbetreiber mit eigenem Stördienst. Hier finden Sie alle Informationen für Ihre Region:

Vorsorge: Wie Sie sich auf einen Stromausfall vorbereiten

Gerade in den Wintermonaten können Stromausfälle durch Stürme oder Schneelast häufiger auftreten. Eine einfache Vorsorge hilft:

  • Taschenlampe und Batterien griffbereit halten (nicht nur Kerzen — Brandgefahr!)
  • Powerbank für das Handy geladen halten
  • Batterie- oder Kurbelradio für Informationen bei längerem Ausfall
  • Trinkwasser und haltbare Lebensmittel für mindestens 24 Stunden
  • Bargeld in kleinen Scheinen — bei einem Stromausfall funktionieren weder Bankomaten noch Kartenzahlung
  • Wichtige Medikamente vorrätig halten, besonders wenn sie gekühlt werden müssen

Smart-Meter-Tipp: Wer einen Smart Meter mit aktiviertem Opt-In nutzt, kann nach einem Ausfall im Smart Meter Portal prüfen, ob die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt ist — die Viertelstundenwerte zeigen das Verbrauchsmuster in Echtzeit.

Häufige Fragen zum Stromausfall

Wie lange dauert ein Stromausfall in der Regel?

Die meisten Stromausfälle in Österreich sind innerhalb weniger Minuten bis maximal weniger Stunden behoben. Österreich hat eine der zuverlässigsten Stromversorgungen in Europa — die durchschnittliche Unterbrechungsdauer liegt laut E-Control bei unter 30 Minuten pro Jahr.

Was tun bei einem längeren Stromausfall (über mehrere Stunden)?

Halten Sie sich über das Batterie- oder Kurbelradio auf dem Laufenden. Vermeiden Sie es, den Kühlschrank zu öffnen. Nutzen Sie warme Kleidung statt Kerzen oder Gasheizstrahler (Vergiftungsgefahr!). Bei einem Blackout über 24 Stunden informieren die Gemeinden über Notversorgungsstellen.

Wer zahlt für Schäden durch einen Stromausfall?

Schäden durch einen Netzausfall sind grundsätzlich beim Netzbetreiber zu melden. Ob und in welcher Höhe Ersatz geleistet wird, hängt von der Ursache ab. Eine Haushaltsversicherung mit Elektronikschutz kann hier zusätzlich absichern.

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