Ratgeber
Dynamischer Stromtarif Österreich 2026
Ein dynamischer Stromtarif koppelt deinen Strompreis direkt an den Börsenstrompreis – stündlich oder viertelstündlich. In Österreich gibt es seit 2025 eine gesetzliche Verpflichtung für Stromanbieter, dynamische Tarife anzubieten. Voraussetzung ist ein Smart Meter.
Ein dynamischer Stromtarif gibt den Börsenstrompreis (EPEX Spot Austria) direkt an Endkunden weiter – stündlich oder viertelstündlich. Mit einem Smart Meter und aktivem Verbrauchsmanagement lassen sich so bis zu 25 % der Stromkosten sparen. Seit 2025 muss jeder österreichische Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten.
Alle Anbieter dynamischer Stromtarife in Österreich
| Anbieter | Tarifname | Preisbasis | Intervall | Aufschlag | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|
| Tibber | – | EPEX Spot AT | 15-Min / monatlich | Monatsgebühr | Österreichweit |
| aWATTar | HOURLY | EPEX Spot AT | Stündlich | +1,5 ct/kWh | Österreichweit |
| oekostrom AG | oeko Spot+ | EPEX Spot AT | Stündlich | auf Anfrage | Österreichweit |
| smartENERGY | smartCONTROL | EPEX Spot AT | Stündlich | +1,44 ct/kWh | Österreichweit |
| Verbund | HOURLY | EPEX Spot AT | Stündlich | auf Anfrage | Österreichweit |
| Salzburg AG | FlexSpot | EXAA | Stündlich | auf Anfrage | Salzburg |
| VKW | Strom Dynamisch | EPEX Spot AT | Viertelstündlich | +1,2 ct/kWh | Vorarlberg |
| Energie AG | (dynamisch) | EPEX Spot | Stündlich | auf Anfrage | Österreichweit |
Stand: März 2026. Detaillierter Anbietervergleich →
Für wen ist ein dynamischer Stromtarif geeignet?
Nicht jeder Haushalt profitiert automatisch von einem dynamischen Tarif. Entscheidend ist, ob du deinen Stromverbrauch aktiv in günstige Zeiten verlagern kannst.
Klares Ja: PV-Besitzer mit Speicher, E-Auto-Fahrer mit steuerbarer Wallbox, Wärmepumpenbesitzer mit SG-Ready-Schnittstelle, technikaffine Haushalte mit Home Automation.
Bedingt geeignet: Haushalte mit hohem Verbrauch aber manueller Steuerung, Personen mit flexiblen Tageszeiten.
Eher nicht geeignet: Familien mit starrem Tagesablauf, Haushalte die Planungssicherheit brauchen, Kleinverbraucher unter 2.000 kWh/Jahr.
Ausführliche Entscheidungshilfe →
Voraussetzung: Smart Meter
Für jeden dynamischen Stromtarif in Österreich brauchst du einen Smart Meter mit aktivierter Viertelstunden- oder Stundenmessung. Ohne Smart Meter ist eine zeitgenaue Abrechnung technisch nicht möglich.
Die Aktivierung erfolgt über ein Opt-In bei deinem Netzbetreiber. In den meisten Fällen ist der Smart Meter bereits installiert – du musst nur die erweiterte Datenaufzeichnung freischalten.
Wann ist Strom bei dynamischen Tarifen günstig?
Die Strompreise an der Börse folgen einem typischen Tagesmuster:
- Günstig: Mittags 11–14 Uhr (Solarüberschuss), nachts 2–6 Uhr (Windüberschuss), Feiertage und Wochenenden
- Teuer: Werktags 18–20 Uhr (Abendspitze), Wintermorgen 7–9 Uhr
Wer Großverbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder E-Auto-Ladung in die günstigen Zeiten verlegt, spart am meisten.
So funktioniert ein dynamischer Stromtarif
Der Endkundenpreis setzt sich zusammen aus: Börsenstrompreis (EPEX Spot AT) + Aufschlag des Anbieters + Netzentgelt + Steuern und Abgaben.
Die Preise für den Folgetag werden täglich bis 16 Uhr veröffentlicht. Du weißt also am Vortag, wann der Strom am günstigsten sein wird.
Wichtig: Ein dynamischer Tarif ist nicht dasselbe wie ein variabler oder indexgebundener Tarif. Bei variablen Tarifen ändert sich der Preis monatlich oder quartalsweise – bei dynamischen Tarifen stündlich oder viertelstündlich.
Was ist ein dynamischer Stromtarif in Österreich?
Ein dynamischer Stromtarif koppelt den Endkundenpreis direkt an den Börsenstrompreis (EPEX Spot Austria). Der Preis ändert sich stündlich oder viertelstündlich und wird am Vortag für den Folgetag veröffentlicht. Voraussetzung ist ein Smart Meter mit aktivierter Viertelstundenmessung.
Brauche ich einen Smart Meter für einen dynamischen Stromtarif?
Ja. Ohne Smart Meter ist eine zeitgenaue Abrechnung nicht möglich. Du brauchst einen Smart Meter mit aktiviertem Opt-In für die Viertelstunden- oder Stundenmessung. Die Aktivierung erfolgt kostenlos über deinen Netzbetreiber.
Wann ist der Strom bei dynamischen Tarifen am günstigsten?
Typischerweise ist Strom mittags zwischen 11 und 14 Uhr günstig (Solarüberschuss) sowie nachts zwischen 2 und 6 Uhr (Windüberschuss). An Wochenenden und Feiertagen sind die Preise durchgehend niedriger. Am teuersten ist Strom werktags zwischen 18 und 20 Uhr.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für meinen Haushalt?
Das hängt davon ab, ob du deinen Verbrauch zeitlich steuern kannst. Besonders profitieren PV-Besitzer, E-Auto-Fahrer und Wärmepumpen-Haushalte. Ohne aktives Verbrauchsmanagement ist ein Fixpreistarif oft die bessere Wahl. Realistisch sparen aktive Nutzer 8–15 %, mit Wärmepumpe oder E-Auto 15–25 %.
Was passiert bei einem Preisanstieg an der Strombörse?
Bei Preisspitzen an der Börse steigt auch dein Strompreis. Das passiert selten, kann aber in Ausnahmesituationen (z. B. Kältewellen, geringe Wind- und Solarproduktion) zu deutlich höheren Kosten führen. Manche Anbieter wie die Salzburg AG bieten einen Preisdeckel als Absicherung.
Welcher dynamische Stromtarif ist in Österreich der günstigste?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da der Gesamtpreis vom individuellen Verbrauchsprofil abhängt. aWATTar berechnet +1,5 ct/kWh Aufschlag ohne Grundpreis, Tibber verrechnet eine monatliche Gebühr ohne Aufschlag. Ein detaillierter Vergleich aller Anbieter findet sich auf unserer Vergleichsseite.
Kann ich einen dynamischen Tarif kündigen wenn er sich nicht lohnt?
Ja. Die meisten dynamischen Tarife haben keine oder nur kurze Bindungsfristen (typisch: 2 Wochen bis 1 Monat Kündigungsfrist). Du kannst also jederzeit zu einem Fixpreistarif wechseln, wenn sich der dynamische Tarif für dich nicht rechnet. Eine allgemeine Anleitung zum Anbieterwechsel findest du in unserem Ratgeber Stromanbieter wechseln in Österreich.
Wie viel kann ich mit einem dynamischen Stromtarif sparen?
Bei einem Durchschnittshaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch und aktivem Verbrauchsmanagement sind 8–15 % Ersparnis realistisch. Haushalte mit Wärmepumpe, E-Auto oder PV-Anlage können 15–25 % sparen, da sie mehr Verbrauch in günstige Zeiten verlagern können.