Ratgeber

Sparen mit dynamischem Stromtarif

Wann ist Strom in Österreich günstig, wann teuer? Konkrete Strategien für Waschmaschine, E-Auto, Wärmepumpe und Speicher – mit realistischer Sparrechnung.

Mit einem dynamischen Stromtarif sparst du nur dann, wenn du deinen Verbrauch aktiv in günstige Zeiten verlagerst. Ohne Verbrauchsmanagement kann ein dynamischer Tarif sogar teurer sein als ein Fixpreistarif. Hier erfährst du, wann Strom günstig ist und wie du konkret sparen kannst.

Typische Günstig-Zeiten in Österreich

ZeitraumTypischer PreisWarum günstig
Mittags 11–14 UhrOft unter 5 ct/kWhSolarüberschuss drückt den Preis
Nachts 2–6 UhrOft unter 5 ct/kWhGeringe Nachfrage, Windeinspeisung
Wochenende ganztagsDurchgehend niedrigerKeine Industrienachfrage
FeiertageSehr niedrig, teils negativMinimale Nachfrage bei normaler Erzeugung

Typische Teuer-Zeiten

ZeitraumTypischer PreisWarum teuer
Werktags 18–20 Uhr15–30 ct/kWhAbendspitze: Kochen, Beleuchtung, Unterhaltung
Wintermorgen 7–9 Uhr10–20 ct/kWhHeizung + Industriestart, wenig Solar
Dunkelflauten (Winter)Tagelang erhöhtWeder Wind noch Sonne

Konkrete Verlagerungsstrategien

Waschmaschine & Geschirrspüler

Die meisten Geräte haben eine Timer-Funktion. Stelle den Start auf die Mittagszeit (11–14 Uhr) oder auf die Nachtstunden. Bei einer Waschladung mit ca. 1 kWh sparst du pro Verlagerung 5–15 ct – das summiert sich über ein Jahr auf 20–50 €.

E-Auto laden

E-Autos sind die größten Einzelverbraucher im Haushalt. Eine Ladung von 20 auf 80 % verbraucht ca. 30–40 kWh. Bei einer Preisdifferenz von 10 ct/kWh zwischen Spitze und Tal sparst du 3–4 € pro Ladung.

Tibber Smart Charging und ähnliche Funktionen laden das Auto automatisch zum günstigsten Zeitpunkt innerhalb eines von dir definierten Zeitfensters. Du gibst an: „Bis 7 Uhr morgens voll" – das System verteilt die Ladung auf die günstigsten Stunden der Nacht.

Wärmepumpe

Wärmepumpen verbrauchen 3.000–6.000 kWh/Jahr – hier liegt das größte Sparpotenzial. Mit einer SG-Ready-Schnittstelle kann die Wärmepumpe automatisch in günstigen Stunden den Pufferspeicher aufheizen.

Die oekostrom AG bietet über Podero eine vollautomatische Steuerung: Das System kennt den Börsenpreis, deine PV-Produktion und den Wärmebedarf – und steuert die Wärmepumpe optimal.

Batteriespeicher

Wer einen Heimspeicher hat, kann bei niedrigen oder negativen Preisen laden und den Strom in Hochpreisphasen nutzen. Allerdings: Die Speicherverluste (ca. 10–15 %) und die begrenzte Zyklenlebensdauer müssen eingerechnet werden. Die Arbitrage lohnt sich vor allem bei großen Preisunterschieden (>10 ct/kWh).

Warmwasserbereitung

Elektro-Boiler oder Wärmepumpen-Warmwasser können in günstige Zeiten vorgezogen werden. Ein 200-Liter-Boiler verbraucht ca. 3–4 kWh pro Aufheizvorgang.

Realistische Sparrechnung

Beispielhaushalt: 4.000 kWh/Jahr, davon 30 % verlagerbar.

SzenarioVerlagerbarer AnteilDurchschnittliche ErsparnisJährliche Ersparnis
Ohne Verbrauchsmanagement0 %0 %0 € (evtl. teurer)
Manuell (Timer, bewusstes Verhalten)20 %8–12 %40–70 €
Automatisiert (Smart Charging, SG-Ready)40 %15–20 %80–130 €
Vollausstattung (PV + Speicher + WP + E-Auto)60 %+20–25 %150–250 €

Wichtiger Hinweis: Diese Zahlen sind konservative Schätzungen bei einem durchschnittlichen Preisniveau. In Jahren mit hoher Volatilität (wie 2022) können die Ersparnisse höher ausfallen – aber auch die Risiken.

Was du nicht verlagern kannst

Manche Verbraucher lassen sich nicht sinnvoll verschieben: Kühlschrank, Beleuchtung, Kochen, Router, Standby-Geräte. Diese machen in einem durchschnittlichen Haushalt ca. 50–70 % des Verbrauchs aus und laufen unabhängig vom Strompreis.

Ehrlich gesagt: Wenn du keine Großverbraucher (E-Auto, Wärmepumpe, Speicher) hast und deinen Verbrauch nicht aktiv steuern willst, ist ein guter Fixpreistarif die einfachere und risikoärmere Wahl.

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Wie viel spare ich realistisch mit einem dynamischen Stromtarif?

Bei einem Durchschnittshaushalt mit 4.000 kWh/Jahr und aktivem Verbrauchsmanagement sind 8–15 % Ersparnis realistisch. Haushalte mit Wärmepumpe, E-Auto oder PV-Anlage können 15–25 % sparen. Ohne aktive Verlagerung ist kein Spareffekt zu erwarten.

Wann ist Strom in Österreich am günstigsten?

Typischerweise mittags zwischen 11 und 14 Uhr (Solarüberschuss) und nachts zwischen 2 und 6 Uhr. An Wochenenden und Feiertagen sind die Preise durchgehend niedriger. Die genauen Preise werden am Vortag veröffentlicht.

Lohnt sich ein dynamischer Tarif ohne Wärmepumpe oder E-Auto?

Bedingt. Auch mit manueller Verlagerung (Timer für Waschmaschine, Geschirrspüler) sind 8–12 % Ersparnis möglich. Allerdings ist der absolute Betrag bei einem normalen Haushalt gering (40–70 €/Jahr). Ein guter Fixpreistarif ist dann oft einfacher.