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Ökostrom Österreich 2026: Was steckt wirklich dahinter?
Über 120 Stromanbieter werben mit Ökostrom — doch was steckt dahinter? Der WWF/GLOBAL2000 Stromanbieter-Check zeigt, welche Anbieter wirklich grün sind.
Über 120 Stromanbieter in Österreich werben mit Begriffen wie "Ökostrom", "Grünstrom" oder "100 % erneuerbar" — doch was dahinter steckt, ist oft unklar. WWF und GLOBAL 2000 durchleuchten jährlich alle österreichischen Stromanbieter nach ökologischen, sozialen und energiewirtschaftlichen Kriterien. Das Ergebnis des Stromanbieter-Checks: Nur wenige Anbieter halten, was sie versprechen.
Was ist Ökostrom — und was ist er nicht?
Ökostrom ist Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Wind, Sonne oder Biomasse. In Österreich sind Stromanbieter gesetzlich verpflichtet, die Herkunft ihres Stroms offenzulegen — die sogenannte Stromkennzeichnung (Quelle: E-Control).
Wichtige Unterscheidung:
- Herkunftsnachweise (HKN): Zertifikate, die bescheinigen, dass irgendwo in Europa erneuerbare Energie produziert wurde — aber nicht zwingend in Österreich oder aus neuen Anlagen
- Eigene Erzeugung: Anbieter, die selbst Wind- oder Wasserkraftwerke betreiben und diesen Strom direkt vermarkten
- Umweltzeichen UZ46: Das österreichische Qualitätssiegel für Grünstrom, vergeben vom Klimaschutzministerium — strengere Kriterien als reine HKN
Der Unterschied ist relevant: Wer wirklich die Energiewende fördern will, sollte auf Anbieter mit eigenem Kraftwerkspark oder UZ46-Zertifizierung achten.
Der WWF/GLOBAL2000 Stromanbieter-Check
WWF Österreich und GLOBAL 2000 veröffentlichen jährlich einen unabhängigen Stromanbieter-Check. Im aktuellen Check wurden 129 Anbieter anhand von 6 Kriterienkatalogen bewertet (Quelle: WWF Stromanbietercheck, GLOBAL 2000):
| Kategorie | Beschreibung | Anzahl Anbieter |
|---|---|---|
| Treiber der Stromzukunft | Beste Bewertung in allen Kriterien | 3 |
| Solide Grünstromanbieter | Gut bewertet, kleinere Lücken | 9 |
| Stromanbieter im Wandel | Mittelfeld, Verbesserungen erkennbar | 14 |
| Stromanbieter vor Herausforderungen | Deutliche Mängel | 11 |
| Intransparente Stromanbieter | Haben Fragebogen nicht ausgefüllt | Rest |
Bewertete Kriterien laut WWF/GLOBAL2000:
- Eigene erneuerbare Stromerzeugung im Verhältnis zum Absatz
- Unternehmensstrategie für 100 % erneuerbare Energie bis 2030
- Naturverträglichkeit der eigenen Kraftwerke
- Fossile Geschäftsfelder im Konzern (Gas, Kohle, Atom-Beteiligungen)
- Netzstabilisierungsbeiträge
- Soziale Aspekte (Energiearmut, Kundenservice)
Ergebnis: Kein Anbieter schafft in allen Kategorien volle Punktzahl. Nur 3 Anbieter in der Top-Kategorie, davon zwei österreichweit lieferbar.
Welche Ökostromanbieter schneiden gut ab?
Nach Angaben von WWF und GLOBAL 2000 (Quelle: wwf.at/stromanbietercheck):
Treiber der Stromzukunft:
- AAE Naturstrom (Alpen Adria Energie) — österreichisches Familienunternehmen, hohe eigene Erzeugung, österreichweit lieferbar
- WEB Windenergie AG — privates Windkraftunternehmen, Direktvermarktung, österreichweit lieferbar
Solide Grünstromanbieter (Auswahl):
- oekostrom AG — größter unabhängiger Ökostromanbieter AT, 100 % erneuerbar, TÜV-zertifiziert, eigene Windparks und PV-Anlagen
- illwerke vkw (Vorarlberg) — hohe eigene Erzeugung, Strategie Richtung Klimaneutralität
Hinweis: Die vollständige Rangliste aller 129 Anbieter findet sich im offiziellen WWF Stromanbietercheck. Die hier dargestellten Kategorien und Bewertungen basieren auf dem zuletzt veröffentlichten Check von WWF und GLOBAL 2000 (Stand: Dezember 2025).
Ökostrom und Smart Meter — was hängt zusammen?
Mit einem Smart Meter und aktiviertem Opt-In profitieren Ökostrom-Kunden im Sommerhalbjahr (April–September) vom SNAP-Sonnenrabatt — 20 % Rabatt auf den Netzarbeitspreis täglich von 10–16 Uhr. Der SNAP gilt unabhängig vom gewählten Stromanbieter, also auch für Ökostromkunden.
Wer zusätzlich auf einen dynamischen Ökostromtarif wechselt, kann beide Effekte kombinieren: günstigster Börsenstrompreis mittags plus SNAP-Rabatt auf das Netzentgelt.
Wie wechsle ich zu einem Ökostromanbieter?
Der Wechsel funktioniert wie bei jedem Stromanbieter wechseln:
- Aktuellen Tarif und Verbrauch (kWh/Jahr) kennen
- Anbieter anhand des WWF-Checks oder des E-Control Tarifkalkulators vergleichen
- Neuen Vertrag abschließen — der neue Anbieter übernimmt Kündigung und Ummeldung
- Stromversorgung läuft während des Wechsels ohne Unterbrechung weiter
Wichtig: Der Netzbetreiber bleibt immer derselbe — nur der Energielieferant wechselt. Die Netzentgelte sind davon unabhängig.
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Häufige Fragen zu Ökostrom
Was bedeutet das österreichische Umweltzeichen UZ46?
Das Umweltzeichen UZ46 "Grüner Strom" ist das strengste österreichische Gütesiegel für Ökostrom, vergeben vom Klimaschutzministerium. Es schreibt u.a. einen ausgewogenen Mix aus Windkraft, Sonne und Wasserkraft sowie die Verwendung von Strom aus neuen oder revitalisierten Anlagen vor.
Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?
Nicht zwingend. Laut durchblicker-Vergleich liegt der Aufpreis für zertifizierten Ökostrom je nach Bundesland und Anbieter bei 0 bis 50 Euro pro Jahr für einen Haushalt mit 4.000 kWh Verbrauch.
Was ist der Unterschied zwischen Ökostrom und dynamischen Tarifen?
Dynamische Tarife koppeln den Strompreis an den stündlichen Börsenstrompreis — sie können, müssen aber keinen Ökostrom liefern. Die oekostrom AG bietet mit dem Öko-Spot+ den einzigen dynamischen Tarif mit TÜV-zertifiziertem 100 % Ökostrom in Österreich.