Ratgeber

Einspeisevergütung Österreich 2026: OeMAG-Tarife, PV & Smart Meter

Die Einspeisevergütung für PV-Strom in Österreich setzt sich aus dem OeMAG-Marktpreis sowie einem allfälligen Fördertarif zusammen. Voraussetzung für die Viertelstunden-Abrechnung ist ein aktivierter Smart Meter. Die Abwicklung erfolgt über die OeMAG.

Wer eine Photovoltaikanlage in Österreich betreibt, kann überschüssigen Strom ins Netz einspeisen und dafür eine Vergütung erhalten. Die Einspeisevergütung setzt sich aus dem OeMAG-Marktpreis und einem allfälligen Fördertarif zusammen. Der OeMAG-Marktpreis schwankt typischerweise zwischen 5 und 10 ct/kWh — den aktuellen Tarif legt die OeMAG monatlich fest. Ob sich Markteinspeisung oder geförderte Einspeisung mehr lohnt, hängt von der Anlagengröße und dem Förderstatus ab. Die Abwicklung läuft über die OeMAG, die Abrechnung setzt einen aktivierten Smart Meter voraus.

Aktualisiert: April 2026 | Quellen: OeMAG, E-Control

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung ist der Betrag, den PV-Betreiber für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten. In Österreich gibt es zwei grundlegende Modelle:

Markteinspeisung (OeMAG-Marktpreis): Der gesetzliche Standard. Die OeMAG ist als Bilanzgruppenverantwortliche der gesetzliche Abnehmer von Ökostrom. Sie zahlt einen Marktpreis, der sich am Großhandelsstrompreis orientiert und quartalsweise von der E-Control festgesetzt wird. Jeder PV-Betreiber kann zu diesem Tarif einspeisen — unabhängig von Förderungen.

Geförderte Einspeisung (Marktprämie nach EAG): Wer nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) einen Investitionszuschuss oder eine Marktprämie erhält, bekommt zusätzlich zum Marktpreis einen Aufschlag. Die Marktprämie gleicht die Differenz zwischen dem Marktpreis und einem festgelegten anzulegenden Wert aus. Details regeln die §§ 11 ff. EAG.

Die Abwicklung beider Modelle läuft über die OeMAG. Voraussetzung ist die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Registrierung bei der OeMAG. Wie sich der Strompreis insgesamt zusammensetzt — also auch der Preis, den man für den bezogenen Strom zahlt — erklärt die Seite zur Zusammensetzung des Strompreises.

Aktueller OeMAG-Marktpreis

Die OeMAG legt den Einspeisetarif seit Januar 2024 monatlich und rückwirkend fest. Die Obergrenze orientiert sich am Quartalsmarktpreis der E-Control, die Untergrenze liegt bei 60 % dieses Preises. Der Tarif schwankt mit den Großhandelspreisen — der monatliche OeMAG-Tarif kann deutlich unter dem Quartalsreferenzpreis liegen.

Die aktuellen und historischen OeMAG-Tarife mit monatlicher Aufschlüsselung findest du auf unserer Detailseite: OeMAG-Einspeisetarif aktuell.

Geförderte Einspeisung vs. Markteinspeisung — was ist besser?

Wer hat Anspruch auf einen Fördertarif?

Einen Fördertarif (Marktprämie) erhalten PV-Betreiber, die über die OeMAG einen Investitionszuschuss nach dem EAG beantragt und erhalten haben. Die Förderung wird in jährlichen Ausschreibungsrunden vergeben — die Nachfrage übersteigt regelmäßig das Budget.

Wann lohnt sich die reine Markteinspeisung?

Für Anlagen ohne Förderzuschlag — etwa Anlagen über 10 kWp oder Anlagen, die keinen Zuschuss erhalten haben — bleibt der OeMAG-Marktpreis die einzige Option. Alternativ bieten manche private Energieversorger eigene Einspeisetarife an, die über dem OeMAG-Marktpreis liegen können. Ein Überblick über alle Optionen: Einspeisetarife PV Österreich.

Rechenbeispiel: 5-kWp-Anlage, 1.000 kWh Überschuss/Jahr

ModellVergütung (ct/kWh)Ertrag/Jahr
OeMAG-Marktpreis5–10 (schwankt)50–100 EUR
Privater Anbieter (Beispiel)8–1280–120 EUR
Energiegemeinschaft (lokal)10–18100–180 EUR

Den aktuellen OeMAG-Tarif findest du unter OeMAG-Einspeisetarif aktuell.

Die Vergütung schwankt — ein Vergleich über mehrere Quartale lohnt sich. Der wichtigste Hebel bleibt der Eigenverbrauch: Jede selbst verbrauchte kWh spart den vollen Strompreis von 21–25 ct/kWh.

Wer Alternativen zur klassischen Einspeisung sucht, findet im Vergleich Überschussstrom alternativ nutzen eine Gegenüberstellung mit Krypto-Mining — inklusive ehrlichem Fazit.

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Smart Meter als Voraussetzung für korrekte Abrechnung

Ein Smart Meter mit aktiviertem Opt-In (Viertelstundenmessung) ist die Grundlage für eine korrekte Einspeise-Abrechnung. Ohne Viertelstundenzählung kann der Netzbetreiber nicht exakt unterscheiden, wann Strom bezogen und wann eingespeist wurde.

Warum Viertelstundenzählung entscheidend ist:

  • Der Smart Meter erfasst Bezug und Einspeisung in 15-Minuten-Intervallen
  • Nur so wird der tatsächliche Überschuss korrekt gemessen — nicht geschätzt
  • Die OeMAG-Abrechnung basiert auf diesen Messwerten
  • Auch der SNAP-Rabatt (Sonnenrabatt, 20 % auf Netzentgelt mittags) setzt Viertelstundenmessung voraus

Opt-In aktivieren: Die Aktivierung erfolgt kostenlos im Smart Meter Portal deines Netzbetreibers. Ohne Opt-In erfolgt eine pauschale Schätzung, die in der Regel zu deinem Nachteil ausfällt.

Quelle: E-Control

Schritt für Schritt: Überschussstrom einspeisen in Österreich

1. Anmeldung beim Netzbetreiber (Einspeisevertrag)

Melden Sie Ihre PV-Anlage beim zuständigen Netzbetreiber an. Dieser prüft die Netzverträglichkeit und stellt den Netzzugang her. Sie benötigen die technischen Daten Ihrer Anlage (Leistung, Wechselrichtertyp) und erhalten eine Zählpunktnummer für die Einspeisung.

2. OeMAG-Antrag (oemag.at)

Registrieren Sie sich auf oemag.at als Einspeiser. Die OeMAG benötigt Ihre Zählpunktnummer, den Netzzugangsvertrag und Ihre Bankverbindung. Der Antrag ist online möglich und dauert wenige Minuten.

3. Smart Meter Opt-In aktivieren

Aktivieren Sie die Viertelstundenmessung im Smart Meter Portal Ihres Netzbetreibers. Damit wird die Einspeisung exakt erfasst. Die Aktivierung ist kostenlos.

4. Quartalsabrechnung der OeMAG

Die OeMAG rechnet die eingespeiste Energie quartalsweise ab. Der Tarif wird monatlich rückwirkend festgelegt. Die Auszahlung erfolgt automatisch auf Ihr Konto.

Häufige Fragen zur Einspeisevergütung

Wie oft wird die Einspeisevergütung ausgezahlt?

Die OeMAG rechnet quartalsweise ab. Die Auszahlung erfolgt nach Quartalsende auf das bei der Registrierung angegebene Bankkonto. Die monatlichen Tarife werden rückwirkend festgelegt und fließen in die Quartalsabrechnung ein.

Muss ich die Einspeisevergütung versteuern?

Grundsätzlich ja. Einspeisevergütungen zählen als Einkünfte. Für Kleinanlagen bis 25 kWp gibt es jedoch Vereinfachungen: Liegt der jährliche Ertrag unter der Veranlagungsgrenze (730 EUR), fällt keine Einkommensteuer an. Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen wende dich an einen Steuerberater.

Was ist der Unterschied zwischen OeMAG-Marktpreis und geförderten Tarifen?

Der OeMAG-Marktpreis ist die Basisvergütung, die jeder Einspeiser erhält — sie orientiert sich am Großhandelsstrompreis. Geförderte Tarife (Marktprämie nach EAG) bieten einen Aufschlag über dem Marktpreis, setzen aber einen bewilligten Investitionszuschuss voraus.

Wie hoch ist die Vergütung für Balkonkraftwerke?

Auch Balkonkraftwerke (bis 800 W) können einspeisen, wenn ein Zweirichtungszähler oder Smart Meter installiert ist. Die Vergütung entspricht dem OeMAG-Marktpreis. Bei kleinen Einspeisemengen (z. B. 100–300 kWh/Jahr) liegt der Jahresertrag bei 6–28 EUR — der wirtschaftliche Effekt ist gering. Wichtiger ist der Eigenverbrauchsanteil.

Kann ich als Energiegemeinschaft einspeisen?

Ja. In einer Energiegemeinschaft kann überschüssiger PV-Strom lokal an andere Teilnehmer weitergegeben werden — oft zu besseren Konditionen als über die OeMAG. Die Vergütung wird innerhalb der Gemeinschaft vereinbart und liegt typischerweise zwischen 10 und 18 ct/kWh. Wer einen dynamischen Stromtarif nutzt, kann Eigenverbrauch und Einspeisung zeitlich optimieren.


Quellen: OeMAG, E-Control, Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) | Wissensdatenbank Strom