Ratgeber
Netzentgelte Österreich 2026: Bundesland-Vergleich & neuer Sonnenrabatt
Im Schnitt steigen die Stromnetzentgelte 2026 nur um 1,1 % — doch regional gibt es massive Unterschiede: Burgenland +16 %, Salzburg -9 %. Neu ab April 2026: Der Sonnenrabatt (SNAP) bringt 20 % Rabatt auf den Netzarbeitspreis, aber nur mit Smart Meter und aktivem Opt-In.
Rund 330 Euro pro Jahr zahlt ein österreichischer Durchschnittshaushalt (3.500 kWh) an Netzentgelten — das ist knapp ein Drittel der gesamten Stromrechnung. Für 2026 hat die E-Control einen durchschnittlichen Anstieg von 1,1 % verordnet, doch die Bandbreite reicht von +16 % im Burgenland bis -9 % in Salzburg. Zum Strompreis Österreich 2026 gehören neben den Netzentgelten auch Energiepreis, Steuern und Abgaben.
Aktualisiert: März 2026 | Quelle: E-Control
Wie haben sich die Netzentgelte 2026 verändert?
Im österreichweiten Durchschnitt steigen die Stromnetzentgelte 2026 um rund 1,1 bis 1,3 % — das entspricht etwa 4 bis 5 Euro Mehrkosten pro Jahr für einen Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch. Diese moderate Zahl täuscht aber über die regionalen Unterschiede hinweg: Während Salzburg und Wien deutlich günstiger werden, müssen Haushalte im Burgenland und in Tirol tief in die Tasche greifen.
| Bundesland | Änderung 2026 vs. 2025 | Tendenz | Mehrkosten/Jahr (3.500 kWh) |
|---|---|---|---|
| Burgenland | +16,1 % | stark steigend | ca. +58 € |
| Tirol | +10,9 bis +11,2 % | stark steigend | ca. +35 bis +40 € |
| Niederösterreich | +6,9 bis +7,0 % | steigend | ca. +22 bis +25 € |
| Oberösterreich | +1,0 % | leicht steigend | ca. +3 € |
| Salzburg | -9,0 bis -9,1 % | stark sinkend | ca. -30 bis -33 € |
| Wien | -3,0 % | sinkend | ca. -10 € |
| Vorarlberg | -2,0 bis -2,3 % | sinkend | ca. -7 bis -8 € |
| Steiermark | -2,0 % | sinkend | ca. -7 € |
| Kärnten | -1,7 bis -2,0 % | sinkend | ca. -6 bis -7 € |
Quelle: E-Control, Dezember 2025. Genaue ct/kWh-Werte für deinen Netzbetreiber findest du im E-Control Tarifkalkulator.
Auffällig: Fünf von neun Bundesländern verzeichnen sinkende Netzentgelte. Dass der Gesamtschnitt trotzdem leicht steigt, liegt an der Gewichtung — bevölkerungsreiche Bundesländer wie Niederösterreich und Tirol mit überdurchschnittlichen Anstiegen ziehen den Schnitt nach oben.
Neuer Sonnenrabatt (SNAP) ab April 2026: 20 % Rabatt mit Smart Meter
Ab 1. April 2026 tritt der Sommer-Nieder-Arbeitspreis (SNAP) in Kraft — ein Rabatt von 20 % auf den Netzarbeitspreis. Die Rechtsgrundlage bildet die SNE-V 2018 Novelle 2026 (E-Control).
So funktioniert der SNAP:
- Zeitfenster: 1. April bis 30. September, täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr
- Rabatthöhe: 20 % auf den verbrauchsabhängigen Netzarbeitspreis (Netznutzungsentgelt)
- Ersparnis: ca. 2 ct/kWh im Rabattfenster, abhängig vom Netzbetreiber
- Gilt für: Netzebene 7 (normaler Haushaltsanschluss)
- Zweck: Das Stromnetz entlasten, wenn mittags PV-Strom das Netz überlastet — Verbraucher sollen Strom nutzen, wenn er reichlich vorhanden ist
Voraussetzung: Smart Meter mit Opt-In
Der Sonnenrabatt wird automatisch verrechnet — aber nur, wenn dein Smart Meter die Viertelstundenmessung aktiviert hat. Ein verbauter Smart Meter allein reicht nicht. Ohne aktives Opt-In beim Netzbetreiber bekommst du den Rabatt nicht, selbst wenn du im Sommerfenster Strom verbrauchst.
So aktivierst du das Opt-In:
- Kontaktiere deinen Netzbetreiber (Online-Portal, E-Mail oder Post)
- Beantrage die Aktivierung der Viertelstundenmessung (Opt-In)
- Die Umstellung erfolgt kostenlos und innerhalb weniger Werktage
- Ab Aktivierung wird dein Verbrauch im 15-Minuten-Takt gemessen
Alles zum Opt-In-Prozess: Smart Meter Opt-In aktivieren
Beispielrechnung: Ein Haushalt, der im Sommerfenster (April–September, 10–16 Uhr) rund 500 kWh verbraucht, spart bei einem Netzarbeitspreis von 10 ct/kWh durch den 20-%-Rabatt ca. 10 Euro im Halbjahr. Wer den Verbrauch gezielt in dieses Fenster verlagert — etwa Waschmaschine, Geschirrspüler oder E-Auto-Ladung — kann die Ersparnis steigern.
Wer zusätzlich auf einen dynamischen Stromtarif wechselt, kann beide Effekte kombinieren: günstiger Börsenstrompreis mittags plus reduziertes Netzentgelt durch den SNAP.
Hinweis: Der SNAP ist nicht kombinierbar mit Energiegemeinschaften — deren Mitglieder haben bereits einen reduzierten Netztarif und erhalten eigene Konditionen. Mehr zu Einspeisebedingungen unter Einspeisetarife.
Aus welchen Komponenten setzen sich Netzentgelte zusammen?
Netzentgelte sind Teil der Zusammensetzung des Strompreises und machen rund 30 % der gesamten Stromrechnung aus. Sie setzen sich aus sechs Einzelposten zusammen:
| Komponente | Beschreibung | Fix oder variabel | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Netznutzungsentgelt | Verbrauchsabhängige Gebühr in ct/kWh für die Nutzung des Stromnetzes | Variabel (nach Verbrauch) | Darauf gilt der SNAP-Rabatt |
| Netzbereitstellungsentgelt | Jährliches Grundentgelt für den Netzanschluss | Fix (€/Jahr) | Unabhängig vom Verbrauch |
| Messentgelt | Kosten für den Stromzähler und die Ablesung | Fix (€/Monat) | Bei einem Smart Meter ca. 3–5 €/Monat je nach Netzbetreiber — Was ist ein Smart Meter? |
| Netzverlustentgelt | Ausgleich für Energieverluste beim Transport im Netz | Variabel (nach Verbrauch) | Üblicherweise gering |
| Systemdienstleistungsentgelt | Kosten für Frequenzhaltung und Netzstabilität | Variabel (nach Verbrauch) | Wird von der APG an Netzbetreiber verrechnet |
| Ökostromförderbeitrag | Beitrag zur Finanzierung der Ökostromförderung | Variabel (nach Verbrauch) | 2026 ca. 20 % niedriger als 2025 |
Alle diese Komponenten werden vom Netzbetreiber eingehoben und erscheinen gebündelt auf der Stromrechnung. Die Höhe wird jährlich von der E-Control per Verordnung festgelegt.
Warum unterscheiden sich die Netzentgelte je Bundesland so stark?
Die regionalen Unterschiede bei den Netzentgelten sind kein Zufall, sondern Ergebnis grundlegend verschiedener Kostenstrukturen der Netzbetreiber.
Investitionen in den Netzausbau: Die Energiewende erfordert massive Investitionen in Leitungen, Trafostationen und Digitalisierung. Diese Kosten werden auf die Kunden des jeweiligen Netzgebiets umgelegt. Dünn besiedelte Gebiete mit langen Leitungswegen (etwa im Burgenland oder in Teilen Tirols) haben höhere Kosten pro Anschluss als dicht besiedelte Ballungsräume.
Sinkender Verbrauch durch den PV-Boom: Immer mehr Haushalte erzeugen mit Photovoltaik eigenen Strom und beziehen weniger aus dem Netz. Da die Netzkosten aber weitgehend fix sind, verteilen sie sich auf weniger verbrauchte Kilowattstunden — das treibt den ct/kWh-Preis nach oben. Dieses Paradoxon trifft besonders Bundesländer mit hoher PV-Durchdringung.
Transiterlöse dämpfen Anstiege: Manche Netzbetreiber — vor allem in Wien und Salzburg — profitieren von Erlösen aus dem grenzüberschreitenden Stromtransit. Diese Einnahmen werden gegengerechnet und drücken die Netzentgelte für Endkunden.
Regulierung durch die E-Control: Die E-Control legt die Netzentgelte jährlich per Verordnung fest, üblicherweise im Dezember für das Folgejahr. Dabei werden die tatsächlichen Kosten der Netzbetreiber geprüft und ein regulierter Erlös genehmigt. Die Regulierung verhindert Willkür, kann aber regionale Kostentreiber nicht ausgleichen.
Kann ich durch einen Anbieterwechsel Netzentgelte senken?
Nein. Die Netzentgelte sind ein regionaler Monopolpreis — sie werden vom zuständigen Netzbetreiber erhoben und von der E-Control reguliert. Ein Wechsel des Stromanbieters ändert daran nichts, weil der Netzbetreiber immer derselbe bleibt.
Was du aber ändern kannst: den Energiepreis. Er macht rund 40 % deiner Stromrechnung aus und ist frei wählbar. Durch einen Anbieterwechsel lassen sich hier oft 100 bis 300 Euro pro Jahr sparen.
Den Energiepreis-Anteil deiner Rechnung kannst du jederzeit optimieren:
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Gasnetzentgelte 2026: Deutlicher Anstieg in allen Bundesländern
Während die Stromnetzentgelte 2026 nur moderat steigen, fallen die Gasnetzentgelte deutlich stärker aus: Im österreichweiten Schnitt beträgt der Anstieg 18,2 %, was für einen Gasheizungshaushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch Mehrkosten von 64 bis 77 Euro pro Jahr bedeutet.
Die stärksten Anstiege verzeichnen Kärnten mit +35 %, Niederösterreich mit +30 % und die Steiermark mit +27,7 %. Am geringsten fällt der Anstieg in Oberösterreich mit +6,5 % aus. Quelle: E-Control Gasnetzentgelte 2026.
Die Ursachen ähneln denen bei Strom, sind aber verschärft: Der Gasverbrauch in Österreich sinkt seit Jahren stärker als der Stromverbrauch, weil immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen umsteigen. Gleichzeitig entfallen Erlöse aus dem russischen Gastransit. Die verbleibenden Kunden tragen die Netzkosten auf weniger Schultern.
Wer dauerhaft dem Gasnetz-Preisdruck entkommen will, sollte den Umstieg auf eine Wärmepumpe prüfen. Mit einem Wärmepumpe-Stromtarif lassen sich die laufenden Heizkosten deutlich senken — noch mehr in Kombination mit einem dynamischen Tarif wie Tibber, der günstige Börsenstrompreise automatisch nutzt.
Häufige Fragen zu Netzentgelten
Wann werden die Netzentgelte in Österreich festgelegt?
Die E-Control legt die Netzentgelte einmal jährlich per Verordnung fest. Der Beschluss erfolgt üblicherweise im Dezember und tritt mit 1. Jänner des Folgejahres in Kraft. Für 2026 wurde die Verordnung am 18. Dezember 2025 veröffentlicht.
Wer legt die Netzentgelte in Österreich fest?
Die Regulierungsbehörde E-Control (Energie-Control Austria) legt die Netzentgelte fest. Sie prüft die Kosten der Netzbetreiber und genehmigt einen regulierten Erlös. Die Netzbetreiber selbst können die Entgelte nicht frei bestimmen.
Was ist der Sonnenrabatt (SNAP) und wer bekommt ihn?
Der Sonnenrabatt (offiziell: Sommer-Nieder-Arbeitspreis, SNAP) ist ein Rabatt von 20 % auf den Netzarbeitspreis. Er gilt vom 1. April bis 30. September, täglich von 10 bis 16 Uhr. Voraussetzung ist ein Smart Meter auf Netzebene 7 mit aktivierter Viertelstundenmessung (Opt-In beim Netzbetreiber).
Brauche ich einen Smart Meter für den Sonnenrabatt?
Ja. Der Sonnenrabatt (SNAP) setzt einen Smart Meter mit aktivem Opt-In voraus, damit der Verbrauch im Rabattfenster (10–16 Uhr) zeitgenau gemessen werden kann. Ein verbauter Smart Meter ohne Opt-In reicht nicht aus — du musst die Viertelstundenmessung aktiv bei deinem Netzbetreiber beantragen.
Kann ich meine Netzentgelte durch einen Anbieterwechsel senken?
Nein. Netzentgelte sind regulierte Monopolpreise und an deinen regionalen Netzbetreiber gebunden. Ein Wechsel des Stromanbieters ändert nur den Energiepreis, der rund 40 % der Stromrechnung ausmacht. Dort lassen sich durch einen Vergleich aber oft 100 bis 300 Euro pro Jahr einsparen.
Warum sind die Netzentgelte im Burgenland so stark gestiegen?
Das Burgenland verzeichnet 2026 mit +16,1 % den stärksten Anstieg aller Bundesländer. Die Hauptgründe: hohe Investitionen in den Netzausbau für die Windkrafteinspeisung, eine relativ geringe Kundenzahl im Netzgebiet und sinkender Netzverbrauch durch den PV-Ausbau. Die Kosten verteilen sich auf weniger Abnehmer und weniger verbrauchte Kilowattstunden.