Anleitung

Stromanbieter wechseln in Österreich: Anleitung, Fristen & Smart-Meter-Vorteil

Der Wechsel des Stromanbieters in Österreich ist kostenlos, dauert 2–3 Wochen und ist in unter 10 Minuten online erledigt. Kein Stromausfall, keine Kündigung nötig — der neue Anbieter übernimmt alles. Besonders lohnend für Haushalte mit Smart Meter.

Rund 5,4 % der österreichischen Haushalte wechselten 2025 ihren Stromanbieter (Quelle: durchblicker Wechselbarometer) — obwohl der Prozess kostenlos ist, in 3 Schritten funktioniert und online in unter 10 Minuten erledigt ist. Der Wechsel dauert 2–3 Wochen, eine Versorgungsunterbrechung ist gesetzlich ausgeschlossen. Wer einen Smart Meter hat, kann zusätzlich auf einen dynamischen Tarif umsteigen und doppelt sparen.

Aktualisiert: März 2026

In 3 Schritten zum neuen Stromanbieter

Schritt 1 — Verbrauch und Zählpunktnummer ermitteln

Bevor Sie Tarife vergleichen, brauchen Sie zwei Zahlen:

  • Jahresverbrauch in kWh — steht auf Ihrer letzten Stromrechnung. Falls Sie keine zur Hand haben, können Sie schätzen: Ein Einpersonenhaushalt verbraucht rund 1.500 kWh pro Jahr, zwei Personen etwa 2.500 kWh, ein Vierpersonenhaushalt rund 4.000 kWh.
  • Zählpunktnummer (ZP-Nummer) — die 33-stellige Zählpunktbezeichnung finden Sie auf Ihrer Rechnung, im Online-Portal Ihres Netzbetreibers oder direkt am Zähler. Sie beginnt immer mit „AT" gefolgt von 18 weiteren Zeichen.

Prüfen Sie außerdem, ob bereits ein Smart Meter bei Ihnen verbaut ist. Das ist relevant, wenn Sie in Schritt 2 auch dynamische Tarife vergleichen möchten.

Schritt 2 — Anbieter vergleichen

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Geben Sie beim Vergleich unbedingt Ihre Postleitzahl ein — Stromtarife sind in Österreich regional unterschiedlich, weil die Netzentgelte je nach Netzbetreiber variieren. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Arbeitspreis (Cent pro kWh) — der wichtigste Kostenfaktor
  • Grundpreis (Euro pro Jahr) — die fixe Grundgebühr unabhängig vom Verbrauch
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist — je kürzer, desto flexibler
  • Ökostromzertifizierung — wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist

Für Haushalte mit Smart Meter lohnt sich ein Blick auf dynamische Stromtarife: Hier richtet sich der Preis nach dem aktuellen Börsenpreis und ändert sich stündlich. Eine Übersicht aller verfügbaren Anbieter finden Sie in unserer Stromanbieter-Übersicht.

Schritt 3 — Online wechseln, neuer Anbieter übernimmt

Haben Sie sich für einen Tarif entschieden, melden Sie sich direkt beim neuen Anbieter an — online, in wenigen Minuten. Sie benötigen dafür Ihre Zählpunktnummer, den ungefähren Jahresverbrauch und Ihre persönlichen Daten.

Der neue Anbieter übernimmt ab hier alles: Er kündigt Ihren bestehenden Vertrag beim alten Lieferanten und meldet den Wechsel beim Netzbetreiber an. Sie müssen sich um nichts weiter kümmern — außer bei einer laufenden Vertragslaufzeit, dann gilt die Kündigung erst zum Vertragsende.

Wichtig: Eine Versorgungsunterbrechung beim Stromanbieterwechsel gibt es nicht. Das ist in Österreich gesetzlich ausgeschlossen. Der gesamte Wechselprozess dauert in der Regel 2–3 Wochen ab Anmeldung.

Wann kann ich den Stromanbieter wechseln?

  • Jederzeit — bei variablen Tarifen ohne Mindestlaufzeit, und das ist in Österreich der häufigste Fall. Sie können heute kündigen und in wenigen Wochen beim neuen Anbieter sein.
  • Bei Preiserhöhung — erhalten Sie ein Preiserhöhungsschreiben Ihres Anbieters, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von zwei Wochen nach Ankündigung können Sie den Vertrag beenden, unabhängig von der vereinbarten Laufzeit.
  • Bei Umzug — Sie können Ihren bestehenden Vertrag in die neue Wohnung mitnehmen oder die Gelegenheit nutzen und direkt zu einem günstigeren Anbieter wechseln.
  • Bei laufender Bindungsfrist — ist der Wechsel erst zum Vertragsende möglich. Das genaue Datum finden Sie auf Ihrer Rechnung oder im Online-Portal Ihres Anbieters.

Tipp: Lesen Sie am Wechseltag den Zählerstand ab und dokumentieren Sie ihn mit einem Foto. So vermeiden Sie Unstimmigkeiten bei der Endabrechnung.

Warum lohnt sich der Wechsel gerade jetzt?

Die Strompreise in Österreich sind seit dem Höhepunkt der Energiekrise deutlich gesunken, aber die Unterschiede zwischen den Anbietern bleiben groß. Im März 2026 zeigt sich ein klares Bild:

Mehrere Landesversorger haben für 2026 Preissenkungen angekündigt: Die Energie AG senkt ab Mai auf rund 10 ct/kWh netto, die Salzburg AG ab Juli auf 9,9 ct/kWh netto und die EVN in Niederösterreich ab April auf etwa 10 ct/kWh netto. Das klingt nach Entspannung — aber am freien Markt verfügbare Wechseltarife liegen teils noch deutlich darunter.

Laut durchblicker können Haushalte in Niederösterreich bei einem Verbrauch von 4.000 kWh bis zu 80 Euro pro Jahr sparen, im Burgenland sogar bis zu 100 Euro. Bei größeren Haushalten oder ineffizienten Altverträgen ist die Ersparnis oft noch höher.

Trotzdem wechseln die wenigsten: Nur 5,4 % der österreichischen Haushalte haben 2025 ihren Stromanbieter gewechselt. Zum Vergleich: In Skandinavien liegt die Quote bei über 10 %. Das zeigt, wie viel ungenutztes Sparpotenzial in Österreich besteht. Einen Überblick über die aktuelle Preisentwicklung finden Sie auf unserer Seite zum Strompreis Österreich aktuell.

Smart Meter und Stromanbieter wechseln — was ändert sich?

Der Smart Meter ist heute in den meisten österreichischen Haushalten bereits verbaut. Beim klassischen Anbieterwechsel ändert sich dadurch nichts — der Wechsel funktioniert genauso wie mit einem alten Ferraris-Zähler.

Aber der Smart Meter eröffnet eine zusätzliche Möglichkeit: den Wechsel zu einem dynamischen Stromtarif. Anbieter wie Tibber, aWATTar oder oekostrom mit dem Tarif oeko Spot+ bieten Tarife an, bei denen sich der Strompreis stündlich nach dem aktuellen Börsenpreis richtet. Damit das funktioniert, muss der Smart Meter den Verbrauch viertelstündlich messen — und genau das macht ihn zur Grundvoraussetzung für dynamische Tarife.

Opt-In aktivieren: Wer seinen Smart Meter noch nicht auf Viertelstundenmessung umgestellt hat, sollte das vor dem Wechsel zu einem dynamischen Tarif erledigen. Die Umstellung ist kostenlos und wird direkt beim Netzbetreiber beantragt. Eine Anleitung finden Sie auf unserer Seite Smart Meter Opt-In aktivieren.

Neuer Sonnenrabatt (SNAP) ab April 2026: Mit aktiviertem Smart-Meter-Opt-In profitieren Sie außerdem vom neuen Sonnenrabatt (SNAP) — einem Rabatt von 20 % auf die Netzentgelte zwischen 10 und 16 Uhr im Sommer. Das gilt unabhängig vom gewählten Stromtarif, aber nur mit aktiver Viertelstundenmessung (E-Control, Dezember 2025).

Für PV-Besitzer: Beim Wechsel des Stromanbieters sollten Sie auch den Einspeisetarif des neuen Anbieters prüfen. Die Vergütung für eingespeisten Solarstrom unterscheidet sich teils erheblich. Mehr dazu auf unserer Seite zum Einspeisetarif prüfen.

Wer einen Smart Meter hat und auf einen dynamischen Tarif wechselt, kann sowohl beim Energiepreis als auch bei den Netzentgelten sparen — zwei Effekte gleichzeitig.

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Häufige Fragen und Mythen beim Stromanbieterwechsel

„Ich bleibe ohne Strom" — Das ist falsch. Eine Versorgungsunterbrechung beim Anbieterwechsel ist in Österreich gesetzlich ausgeschlossen. Der Netzbetreiber stellt die physische Stromversorgung sicher, unabhängig davon, welcher Lieferant gerade den Strom liefert. Selbst wenn beim Wechsel etwas schiefgeht, springt automatisch die Grundversorgung des lokalen Netzbetreibers ein.

„Der Wechsel ist kompliziert" — Auch das stimmt nicht. Der gesamte Prozess ist online in unter 10 Minuten erledigt. Sie brauchen nur Ihre Zählpunktnummer und den ungefähren Jahresverbrauch. Den Rest erledigt der neue Anbieter: Er kündigt beim alten Lieferanten und meldet den Wechsel beim Netzbetreiber.

„Der Netzbetreiber ändert sich" — Falsch. Der Netzbetreiber ist regional fix und hat nichts mit dem Stromanbieter zu tun. Beim Wechsel ändert sich nur der Lieferant — also das Unternehmen, das Ihnen den Strom in Rechnung stellt. Leitungen, Zähler und Netzanschluss bleiben unverändert.

„Nur Neukunden bekommen gute Preise" — Das stimmt oft, aber nicht immer. Viele Anbieter locken mit günstigen Erstjahrestarifen, die danach steigen. Deswegen: Nach 12 Monaten neu vergleichen lohnt sich fast immer. Die besten Angebote finden Sie regelmäßig über Vergleichsportale.

„Mein lokaler Versorger ist sicherer" — Alle in Österreich zugelassenen Stromlieferanten unterliegen der Regulierung durch die E-Control. Bei einer Insolvenz des Lieferanten übernimmt automatisch der Netzbetreiber die Grundversorgung. Es gibt also kein erhöhtes Risiko beim Wechsel zu einem kleineren oder überregionalen Anbieter.

Was passiert mit dem Smart Meter beim Anbieterwechsel?

Der Smart Meter bleibt bei einem Anbieterwechsel unverändert — er gehört dem Netzbetreiber, nicht dem Stromlieferanten. Ein paar Details:

  • Opt-In-Status bleibt aktiv — wenn Sie die Viertelstundenmessung bereits aktiviert haben, müssen Sie das beim neuen Anbieter nicht erneut beantragen. Die Einstellung bleibt beim Netzbetreiber gespeichert.
  • Verbrauchsdaten gehen automatisch an den neuen Anbieter — sobald die Lieferung beginnt, erhält der neue Lieferant Zugriff auf Ihre Messdaten.
  • Einzige Ausnahme bei dynamischen Tarifen — manche Anbieter wie Tibber benötigen im Onboarding eine separate Datenfreigabe-Bestätigung. Das ist ein kurzer Schritt im Anmeldeprozess, keine zusätzliche Bürokratie.
  • Kein Zählertausch nötig — der Smart Meter funktioniert mit jedem zugelassenen Stromanbieter in Österreich.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Stromanbieterwechsel in Österreich?

Der Wechsel dauert in der Regel 2–3 Wochen ab Anmeldung beim neuen Anbieter. Die Online-Anmeldung selbst ist in unter 10 Minuten erledigt. Den genauen Lieferbeginn teilt Ihnen der neue Anbieter nach Vertragsabschluss mit.

Muss ich selbst beim alten Anbieter kündigen?

Nein. Der neue Stromanbieter übernimmt die Kündigung beim bisherigen Lieferanten und meldet den Wechsel beim Netzbetreiber. Sie müssen sich um nichts kümmern — außer Sie möchten eine laufende Vertragslaufzeit vorzeitig beenden, dann sollten Sie die Kündigungsfrist selbst prüfen.

Kann ich den Stromanbieter wechseln wenn ich Mieter bin?

Ja. Der Stromliefervertrag läuft auf Ihren Namen, nicht auf den des Vermieters. Als Mieter können Sie den Stromanbieter jederzeit wechseln, solange der Stromzähler auf Sie angemeldet ist. Das gilt auch in Wohnungen mit Einzelzähler — nur bei Gemeinschaftszählern (Heizstrom über den Vermieter) ist der Wechsel nicht direkt möglich.

Was passiert bei einem Preiserhöhungsschreiben meines Anbieters?

Bei einer Preiserhöhung haben Sie ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung des Schreibens können Sie den Vertrag kündigen — unabhängig von der vereinbarten Laufzeit. Nutzen Sie diese Frist, um Tarife zu vergleichen und direkt zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Welche Unterlagen brauche ich für den Stromanbieterwechsel?

Sie benötigen Ihre Zählpunktnummer (33-stellig, beginnt mit „AT"), Ihren ungefähren Jahresverbrauch in kWh und Ihre persönlichen Daten inkl. IBAN für die Abbuchung. Alle Angaben finden Sie auf Ihrer letzten Stromrechnung oder im Online-Portal Ihres aktuellen Anbieters.

Lohnt sich der Wechsel auch für Haushalte mit Smart Meter und PV?

Ja, besonders. Haushalte mit Smart Meter können zu dynamischen Tarifen wechseln, die stündlich abgerechnet werden — und den Verbrauch gezielt in günstige Stunden verlagern. PV-Besitzer sollten beim Wechsel zusätzlich den Einspeisetarif des neuen Anbieters vergleichen, denn die Vergütung für überschüssigen Solarstrom variiert stark. Mit dem neuen Sonnenrabatt (SNAP) ab April 2026 profitieren Smart-Meter-Haushalte außerdem von reduzierten Netzentgelten in der Mittagszeit.